Kreislaufwirtschaft als Zukunftsstrategie

Stahl, Kunststoff, Zement: Impulspapier zeigt Potenziale einer Circular Economy für energieintensive Industrie in Deutschland

  • News 08.09.2025

Die Industrie verursacht fast ein Viertel aller Treibhausgasemissionen in Deutschland – und steht vor einer Vielzahl komplexer Herausforderungen: Für die Transformation hin zur Klimaneutralität ist eine grundlegende Erneuerung von Strukturen, Produkten und Produktionsprozessen nötig. Gleichzeitig belasten geopolitische Entwicklungen, hohe Energiepreise, steigender Wettbewerbsdruck, Regulierungen und Berichtspflichten den Industriesektor. Speziell in der energieintensiven Industrie kommen die vergleichsweise hohen und schwankenden Energiepreisen dazu – was zum Risiko von Stellenabbau und der Verlagerung von Produktionsstandorten führt.

Energieintensive Industrie: Kreislaufwirtschaft als Wettbewerbsvorteil

Ein jüngst von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) veröffentlichtes und gemeinsam mit dem Wuppertal Institut sowie dem Verband Klimaschutz Unternehmen geschriebenes Impulspapier zeigt nun: Kreislaufwirtschaft hat das Potenzial, all diese Problemfelder zu entschärfen und dabei nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Produktionsprozesse zu fördern. Insbesondere in der Industrie eröffnen sich durch zirkuläre Prozesse erhebliche Chancen und Einsparpotenziale, so die Autor*innen.

Nach einer kompakten Einleitung, in der die Forschenden auch auf regulatorische Vorhaben auf EU- und Bundesebene eingehen, erläutern sie die Rolle der Kreislaufwirtschaft bei Klimaschutz und Resilienz sowie den Status quo der Kreislaufwirtschaft in der Industrie. Anschließend umreißen sie die aktuellen Herausforderungen – von der Verfügbarkeit von Daten und Informationen über rechtlich-regulatorische, technische und ökonomische Herausforderungen bis hin zum Verbraucherverhalten. Auf dieser Basis legen sie mögliche Handlungsoptionen dar, gegliedert in fünf Bereiche:

  • Marktrahmen auf Kreislaufwirtschaft ausrichten
  • Finanzierung gewährleisten
  • Nachfrage nach zirkulären Produkten stärken
  • Rechtlich-regulatorische Rahmenbedingungen auf Kreislaufwirtschaft ausrichten
  • Informationen bereitstellen und Austausch ermöglichen

Abschließend beziehen sich die Autor*innen unter der Überschrift "Next Steps" konkret auf den Koalitionsvertrag und das darin enthaltene Eckpunktepapier zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS): Das Eckpunktepapier sei der erste Schritt, einen klaren Fahrplan mit Zwischenzielen zu definieren und Fortschritte messbar zu machen. Dazu zählten die zeitnahe Gründung der geplanten Plattform für Kreislaufwirtschaft sowie ein verstärkter Einsatz für die schnelle Umsetzung der EU-Verordnung für das Ökodesign nachhaltiger Produkte (englisch: Ecodesign for Sustainable Products Regulation, kurz ESPR). So ließen sich die Chancen der Kreislaufwirtschaft besser nutzen und gleichzeitig die Herausforderungen der Industrie adressieren. Deutschland habe die Chance, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen, wenn es nicht auf europäische Regelungen warte, sondern proaktiv eigene ambitionierte Maßnahmen entwickele und umsetze, so das Fazit der Forschenden.

Das Impulspapier "Kreislaufwirtschaft als Zukunftsstrategie – Neue Wege für die energieintensive Industrie in Deutschland am Beispiel der Stahl-, Kunststoff- und Zementindustrie" steht über den folgenden Link kostenfrei zum Download bereit.


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